Ohranlegeplastik
28. Apr 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Behandlungsmethoden, OhrenAbstehende Ohren sind an sich kein wirklich medizinisches Problem. Allerdings provozieren sie als äußerliche Abnormität besonders im Kindesalter häufig Hänseleien, wodurch Minderwertigkeitskomplexe und psychische Probleme entstehen können. Ein korrigierender Eingriff im jungen Alter ist daher eine Alternative, die man zumindest in Betracht ziehen sollte. Zudem ist für den Eingriff keine Vollnarkose notwendig, es reicht eine örtliche Betäubung. Wichtig ist allerdings, dass die Ohrmuschel zum Zeitpunkt des Eingriffs bereits voll ausgebildet sein sollte, was meistens bereits mit ca. vier Jahren der Fall ist. Am günstigsten ist es auf jeden Fall, vor dem Schuleintritt zu operieren, und somit eventuellen Mobbing-Attacken der Mitschüler vorzubeugen. Eine Ohrkorrektur mittels Ohranlegeplastik kann aber auch ohne weiteres im Erwachsenenalter vorgenommen werden.
Grundsätzlich entstehen abstehende Ohren durch Fehlbildungen des Ohrknorpels. Meist gehen diese einher mit einer zu großen Ohrmuschel und/oder einer zu geringen Ausprägung der Hauptfalte der Ohrmuschel. Bei der Ohranlegeplastik werden während einer Operation der Knorpel angepasst, die Verformungen korrigiert und die Ohrmuschel fixiert. Für die Neuformung der sogenannten Anthelixfalte stehen drei chirurgische Techniken zur Auswahl. Bei der Knorpelschwächungstechnik wird der Knorpel an der Vorderseite abgeschliffen. Bei der Nahttechnik werden Nähte gesetzt, die die Form der Ohrmuschel straffen. Bei der Schnitttechnik wird der Knorpel durch Einschnitte präpariert.
Der Patient liegt dabei auf dem Rücken und erhält eine Betäubung hinter dem Ohrläppchen und in die Ohrmuschelhaut. Anschließend wird der Knorpel abgeschliffen und geformt und schließlich die Wunde vernäht. Bei beidseitig abstehenden Ohren können beide Seiten in einer Operation korrigiert werden. Nach dem Eingriff werden die Ohren mittels Stirnband oder Mütze fixiert.
Die Operation ist grundsätzlich unkompliziert. Abgesehen von leichten Schmerzen und Blutergüssen, die aber einige Tage nach dem Eingriff verschwunden sein sollten, können kaum Probleme auftauchen. Man sollte allerdings vor und nach der OP auf Medikamente verzichten, die die Blutgerinnung hemmen, da bei Nachblutungen das frischoperierte Gewebe geschädigt werden kann. Auch sollten bis drei Wochen nach der OP die Ohren weiter fixiert werden, wobei die Verbände aber schon nach ca. zehn Tagen abgenommen werden können. Wenn alles gut geht, ist nach ca. drei Monaten das endgültige Ergebnis der Korrektur sichtbar und die Wunde gut verheilt. Die kleine Narbe wird nach kurzer Zeit ebenfalls verblassen.
(i03)
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