Moorbäder

2. Sep 2008 | Von | Rubrik: Behandlungsmethoden, Gelenke, Haut

Voll- oder Teilbäder in einer Mischung aus Wasser und Badetorf werden als Moorbäder bezeichnet. Der benötigte Torf wird aus Mooren gewonnen. Die Mischung kann stark in dem Verhältnis von warmen Wasser zu Torf variieren. Der entstehende Brei ist dickflüssig und hat meist eine Temperatur von ca. 46°C. Schon lange sind die heilenden Wirkungen von Moorbädern bekannt, selbst im alten Ägypten wurden sie als Heilmethode genutzt. Die Bäder entwickelten sich auf Grund früher Versuche mit Hilfe natürlicher Stoffe Krankheiten zu kurieren.

Moorbäder sind besonders durch ihre Wärmespeicherfähigkeit beliebt. Der Torf speichert die Wärme des Wassers und gibt sie nach und nach an den Körper ab, dessen Temperatur sich dadurch um ca. 2°C bei einem zwanzigminütigen Bad erhöht. Durch diese Temperaturerhöhung werden Prozesse und der Stoffwechsel im Körper angeregt, das Immunsystem gestärkt und die Muskulatur entspannt sich.
Der Torf enthält Huminsäure, die entzündungshemmend wirkt. Auf Grund solcher Wirkungen sind Moorbäder sehr beliebt und werden besonders bei Erkrankungen wie zum Beispiel Rheuma, Arthrose oder Osteoporose eingesetzt. Symptome dieser Krankheiten sollen mit Hilfe von Moorbädern gelindert werden. Aus medizinischer Sicht ist die Wirksamkeit von Moorbädern jedoch umstritten.

Und auch nicht immer sind Moorbäder empfehlenswert. Zum Beispiel bei Bluthochdruck, offenen Wunden oder bei Herzkrankheiten sollte auf ein Moorbad verzichtet werden. Auf Grund der Ansteckungsgefahr sollten Moorbäder stets einzeln erfolgen und der Torf nur einmalig verwendet werden.

Es gibt in Deutschland mehrere Orte in denen Moorbäder als Kurmittel eingesetzt werden und deshalb den Titel “Moorheilbad” tragen dürfen. Bad Buchau und Bad Kohlgrub sind Beispiele für solche Kurorte.


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