Magenbandimplantation | Wann sind Magenbandimplantationen nötig?
18. Nov 2009 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: BehandlungsmethodenHeutzutage leiden besonders viele Menschen an einer so genannten “Wohlstandskrankheit” – dem Übergewicht. Und es werden täglich mehr. Seit 1997 ist krankhafte Fettleibigkeit – auch Adipositas genannt – von der WHO anerkannt, da sie für die betroffene Person ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt, sowie Atembeschwerden, Bluthochdruck und Venenleiden nach sich ziehen kann. Außerdem kann es durch das hohe Gewicht zu Gelenks- und Bandscheibenschäden kommen. Auch die Zuckerkrankheit kommt zu den Risiken einer krankhaften Fettleibigkeit hinzu. Doch die Betroffenen leiden oft nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Fettleibige Menschen haben oft ein geringeres Selbstwertgefühl und schämen sich für ihr Gewicht und Aussehen, so dass es im Extremfall sogar zum Abbrechen sämtlicher sozialer Kontakte kommen kann. Durch ständige Crash-Diäten tut man seinem Körper auf lange Frist gesehen nichts Gutes. Man verliert zwar vorerst Gewicht, doch sobald man wieder normal isst, kommt der so genannte Jojo-Effekt, wodurch man oft sogar noch mehr an Gewicht zulegt.
Eine Magenbandimplantation ist also geeignet für Patienten und Patientinnen, die nach gründlichen Voruntersuchungen und Beratungsgesprächen dafür bereit sind und bei denen keine anderen Mittel (wie Diät oder Sport) angeschlagen haben.
Die Magenbandimplantation ist mittlerweile sehr erfolgreich. Etwa 80% der Betroffenen nehmen sehr viel Gewicht ab, wenn sie sich nach der Operation an die neuen Bedingungen halten.
Was passiert bei einer Magenbandimplantation: Diese Operation kann durch ein minimal-invasives Verfahren durchgeführt werden, das heißt es werden nur kleine Schnitte gesetzt, durch die das Operieren mithilfe einer Kamera möglich ist. Durch das Magenband wird der Magen geteilt: Es entsteht ein kleiner Magenbereich gleich unterhalb der Speiseröhre, getrennt vom restlichen Magen (der unterhalb des Bandes liegt). So wird beim Patienten schnell ein Sättigungsgefühl hervorgerufen, da der obere Teil des Magens nicht mehr viel Nahrung auf einmal aufnehmen kann. Zusätzlich zum Magenband sollte man einen Ernährungsplan erstellen lassen und diesen auch einhalten. Auch regelmäßige Bewegung gehört zur Therapie dazu, um beste Erfolge zu erzielen. So wird eine Gewichtsreduktion um bis zu 60% möglich. Gleichzeitig sinkt das Risiko von Herzinfarkt und Co.
Mit welchen Risiken muss man bei einer Magenbandimplantation rechnen?
Wie nach jeder anderen Operation kann es auch hier zu Wundheilungsstörungen kommen. Verstärkte Narbenbildung ist durch das minimal-invasive Verfahren ausgeschlossen. Hin und wieder kommt es zu Komplikationen, die direkt mit dem Magenband zusammenhängen, etwa Infektionen des Bandes, Bandeinwanderungen in den Magen oder auch Pouch-Erweiterung. Auf jeden Fall muss der Patient die Anweisungen des Arztes befolgen, sich an seinen Ernährungsplan halten und Bewegung machen – so hat er die besten Chancen auf Heilung und eine bessere Lebensqualität. Das Magenband ist kein Wundermittel. Es funktioniert nur in Kombination mit einem gesunden Essverhalten. Um langfristig mit dem Magenband abzunehmen, muss sich das Essverhalten grundlegend ändern. Eine ausgewogene Diät und mit regelmäßigen Sporteinheiten, garantieren den Gewichtsverlust auf Dauer.
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