Kyphoplastie

25. Nov 2009 | Von | Rubrik: Behandlungsmethoden

Kyphoplastie ist ein relativ neues Verfahren, um gebrochene Wirbelkörper, die starke Schmerzen verursachen, operativ wieder aufzubauen. Entwickelt wurde die Operationsmethode von einem amerikanischen Orthopäden, 1999 wurde sie in Kalifornien zum ersten Mal eingesetzt. Seitdem wird die Kyphoplastie auch in Deutschland von verschiedenen Kliniken angeboten.

Wirbelkörpereinbrüche sind häufig eine Folge von Osteoporose, einer Erkrankung des Stoffwechsels, bei der das Knochengewebe stetig an Struktur und Dichte verliert. Deshalb wird die Osteoporose im Volksmund auch als Knochenschwund bezeichnet. Dabei kommt es oftmals zu spontanen Knochenbrüchen, unter anderem können auch die Wirbelkörper der Wirbelsäule betroffen sein. Wird so ein Bruch durch eine Röntgenaufnahme diagnostiziert und blieben herkömmliche Therapien ohne Erfolg, kann die Kyphoplastie helfen, die Schmerzen spürbar zu lindern.

Der Eingriff kann unter Narkose, aber auch mit lokaler Betäubung durchgeführt werden. Der Patient befindet sich dabei in Bauchlage, nach der Desinfektion des Rückens wird unter Röntgenkontrolle eine Kanüle in den betreffenden Wirbel eingeführt und mit Hilfe eines Ballons wird im Wirbel ein Hohlraum geschaffen. Bei frischen Brüchen gelingt es manchmal, den Wirbel wieder vollständig aufzurichten. In diesen Hohlraum wird nun ein Knochenzement eingespritzt, der nach der Aushärtung den Wirbel stabilisiert. Es kann sowohl Biozement, der durch Umbauprozesse des Knochens im Laufe der Zeit durch körpereigenes Knochengewebe ersetzt wird, als auch Kunststoffzement verwendet werden. Eine Langzeitstudie des Universitätsklinikums Heidelberg zeigte nach drei Jahren keine wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Knochenzementarten hinsichtlich der Verträglichkeit und Wirksamkeit. Die Operation selbst dauert etwa zwanzig Minuten pro Wirbel. Nach dem Eingriff ist keine Bettruhe nötig, der Patient kann sich danach normal bewegen.

Die Kyphoplastie kommt nicht nur bei Wirbelbrüchen infolge einer Osteoporose, sondern auch bei bestimmten Wirbelfrakturen nach Unfällen und bei Tumoren im Wirbelkörper, die die Stabilität des Wirbels gefährden und Schmerzen auslösen, zum Einsatz.

Allerdings gibt es zahlreiche Krankheitsbilder, für die eine Kyphoplastie nicht sinnvoll ist. Dazu gehören Beschwerden, die durch Bandscheibenvorfall, Wirbelsäulenverkrümmung oder deformierte Halswirbel ausgelöst werden. Auch Hautinfektionen, Wirbelentzündungen und Knochenmarkentzündungen müssen vor der Operation vollständig ausgeheilt sein. Ebenso darf keine Blutgerinnungsstörung vorliegen.

Die akute Schmerzlinderung durch die Kyphoplastie ist durch Studien belegt, für die Wirkung über Jahre und Jahrzehnte gibt es aber noch keine aussagekräftigen Studienergebnisse. Deshalb ist vor dem Eingriff eine gründliche Untersuchung des Patienten und eine umfassende Risiko-Nutzen-Abwägung durch ein Expertenteam notwendig, ebenso wie eine ausführliche Beratung des Patienten über die Kyphoplastie und auch über konservative Therapieverfahren.


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