Krampfadern ziehen

17. Jul 2009 | Von | Rubrik: Behandlungsmethoden

Krampfadern, auch als Varizen bezeichnet treten bei jedem 3. Menschen irgendwann im Leben auf. Frauen sind ca. viermal so häufig betroffen. Es handelt sich bei Krampfadern um geschlängelte, erweiterte, oberflächliche Venen. Sie treten am häufigsten an den Beinen auf und sind optisch unverkennbar. Handelt es sich um ein ausgeprägtes Erscheinungsbild, so spricht man auch von einer Varikosis.

Varizen entstehen primär durch eine Venenwandschwäche oder eine Klappenschwäche, wodurch sich Blut in der betroffenen Vene sammelt und diese zu einer Varize ausbuchtet. Oft hanelt es sich um ein Leiden mit familiärer Disposition. Doch auch sekundäre Entstehung von Krampfadern ist möglich, beim Vorliegen einer sonstigen Venenerkrankung. Begünstigt wird die Varikosis durch lange stehende Tätigkeiten, Übergewicht und Schwangerschaften.

Um primäre und sekundäre Erkrankungen unterscheiden zu können, gibt es verschiedene Diagnostikmöglichkeiten. Symptomatisch ist ein Krampfaderleiden meist unauffällig, doch können Beschwerden auftreten. Betroffene klagen dann über schwere Beine, Spannungsgefühl und erhöhte Schwellneigung bis hin zu Muskelkrämpfen. Neben der optischen Beeinträchtigung kann dies eine erhebliche Belastung darstellen. Besonders unerwünscht sind aber die möglichen Komplikationen, welche im Rahmen einer Varikosis auftreten können. Hierzu zählen Blutungen bei Varizenrupturen, eine Thrombophlebitis oder bei länger bestehender Varikosis eine chronische venöse Insuffizienz.

Um Beschwerden und Komplikationen zu mindern bzw. zu vermeiden, gibt es im Rahmen einer Varizen Therapie verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Dazu zählt zunächst die Sklerosierung, welche ambulant durchgeführt werden kann. Die Varizen werden bei einer solchen Verödung mittels Einspritzen von speziellem Verödungsmittel versiegelt und unschädlich gemacht.

Als zweite Therapie Variante steht dann noch eine operative Varizenentfernung zu Verfügung. Das so genannte Varizenstripping kann durchgeführt werden wenn das tiefe Beinvenensystem durchgängig ist.
Man unterscheidet dabei die Krossektomie, sprich die Unterbrechung der Verbindung von der großen Beinvene zur Oberschenkelvene oder aber auch zwischen großer Beinvene und der Unterschenkelvene. Dabei wird der große Mündungsteil einschließlich aller Seitenäste abgetrennt und somit die Einmündung an das tiefe Beinvenensystem unterbunden.

Weiterhin gibt es die Option einer kompletten Resektion der Stammvenen oder auch der partiellen Stammvenenresektion. Hier werden alle gesunden Venensegmente belassen. Als dritte Möglichkeit bleibt dann noch die Phlebektomie. Es handelt sich um eine Venenteilentfernung, vorgenommen über einen minimalen Hautschnitt und mittels einer feinen Klemme. dies steht ggf. in Verbindung mit gleichzeitiger Verödungstherapie.

Welche Therapie indiziert ist, kann individuell unterschiedlich sein und hängt von der genauen Diagnose und Venenbeschaffenheit, sowie den vorhandenen Beschwerden ab.


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