Knochenmarkstransplantation | Eine Einführung für Betroffene
28. Okt 2011 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: BehandlungsmethodenIm Jahr 1969 wurde in den USA die erste Knochenmarkstransplantation erfolgreich durchgeführt. Seither zählt diese Methode zu eine der wichtigsten Behandlungen weltweit. Sie dient zur Behandlung verschiedener Blutkrankheiten, vor allem der Leukämie, an der viele Menschen erkranken.
Wann braucht man neues Knochenmark?
Manchmal ist das blutbildende System im menschlichen Körper einfach nicht in der Lage einwandfrei zu funktionieren. Es herrscht zum Beispiel ein Überschuss an weißen Blutkörperchen im Knochenmark, die jedoch nur eingeschränkt funktionstüchtig sind. Daraus resultiert ein Mangel an roten Blutkörperchen, die für den Menschen lebenswichtig sind. In diesem Fall muss ein neues Knochenmark her, welches die Blutstammzellen wieder aufbaut und das System so bereinigt. Gesundes Knochenmark beinhaltet Blutstammzellen, welche der wichtigste Bestandteil sind. Es bildet rote und weiße Blutkörperchen, sowie Blutplättchen.
Knochenmarkstransplantationen bei Blutkrebs
Knochenmarkstransplantationen werden vor allem bei Blutkrebspatienten eingesetzt. Oftmals können Betroffene selbst eigenes Knochenmark spenden, was bei einer andauernden Leukämieerkrankung jedoch relativ selten der Fall ist. In den meisten Fällen muss ein Spender her, der sich für einige Tage ins Krankenhaus begibt und dem Patienten sein Knochenmark zu Verfügung stellt. Nicht jeder Mensch kann jedem Patienten sein Knochenmark spenden, denn es müssen bestimmte Gewebsmerkmale des “alten” und “neuen” Knochenmarks miteinander übereinstimmen. Dies wird vorher gründlich im Labor untersucht. Meistens ist die Chance, dass das neue Knochenmark passt, bei Blutsverwandten größer, als bei fremden Spendern. Am idealsten wäre es natürlich, wenn der Erkrankte einen Zwilling hat, der mit hoher Wahrscheinlichkeit sein Knochenmark spenden kann.
Ablauf einer Knochenmark-Transplantation
Eignet sich ein Spender zur Knochenmarkstransplantation so wird dieses in Vollnarkose mittel Spritzen direkt aus dem Beckenknochen entnommen. Der an Leukämie Erkrankte muss für mehrere Wochen eine Strahlen- oder Chemotherapie machen, damit das gesamte blutbildende System zerstört wird und für neue Stammzellen bereit ist. Anschließend wird das neue Knochenmark, ähnlich einer Bluttransfusion, über die Vene verabreicht. Die Blutzellen gelangen vom Knochenmark über die Blutbahn direkt in Organe und Gewebe des Körpers. Nach zirka drei Wochen zeigt sich, ob die Knochenmarkstransplantation erfolgreich war. Wenn das “neue” Knochenmark wieder selbst größere Mengen an gesunden Blutzellen bildet, war der Eingriff ein Erfolg und die Spende wurde gut angenommen.
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Blutkrebs, Knochenmark, Leukämie, rote Blutkörperchen
