Hüftgelenkersatz

28. Aug 2009 | Von | Rubrik: Behandlungsmethoden, Gelenke

Durch Erkrankungen des Hüftgelenkes oder Verletzungen im Hüftbereich ist oftmals ein künstlicher Hüftgelenksersatz erforderlich. Vor allem ältere Menschen sind durch Stürze, die mit einem Bruch des Schenkelhalses verbunden sind, häufig betroffen. Bei angeborenen Hüftgelenksfehlstellungen werden durch die ständig falsch auf das Hüftgelenk einwirkenden Kräfte die Gelenkteile sehr stark abgenutzt, so dass um eine gute Funktion der Hüftgelenke zu erzielen, ebenfalls ein künstliches Hüftgelenk implantiert werden muss. Verschiedene Methoden des Hüftgelenksersatzes sind in den letzten Jahren entwickelt worden, um die Funktion des Hüftgelenkes wiederherzustellen. Durch verbesserte Materialien für den Hüftgelenksersatz, und ständig weiter entwickelte Operationsmethoden haben sich die Funktion und die Lebensdauer der künstlichen Hüftgelenke deutlich verbessert und verlängert.

Unterschieden wird zwischen zementfreien und zementierten Prothesen. Auch Mischformen, bei denen die Hüftpfanne zementiert wird, und der Gelenkkopf zementfrei implantiert wurde, sind heute möglich.
Zementfreie Prothesen oder Implantate müssen erst durch vom Körper gebildetes Knochengewebe in den Körper einwachsen, und dürfen aus diesem Grunde anfänglich nicht belastet werden. Je nach Fortschritt des Einwachsens erfolgt dann schrittweise eine Teilbelastung, und nach ca. 6 Wochen ist die Vollbelastung erlaubt. Durch die Verwendung von Knochenzement gestaltet sich das Einpassen der Prothese für den Operateur einfacher, und der Patient darf bereits ab den ersten Tag das betroffene Bein voll belasten. In den letzten Jahren entscheiden sich die Ärzte immer häufiger für einen zementfreien Ersatz des Hüftgelenkes, falls es die Knochensubstanz zulässt.

Unterschiedliche Materialien werden beim Hüftgelenksersatz angewendet. Ein künstliches Hüftgelenk besteht in den meisten Fällen aus Titan, Keramik, Polyethylen oder faserverstärkte Kunststoffen. Diese Materialien werden bei der Herstellung des Hüftgelenkes oftmals kombiniert und mit Legierungen ausgestattet.

Ausgehend von den Veränderungen an der erkrankten Hüfte entscheiden sich die Chirurgen für eine Kopf-, Schaft- oder Totalendoprothese. Durch die gut verträglichen Materialien, die hierbei zur Anwendung kommen, ist eine gute Funktion der künstlichen Hüfte gewährleistet. Durch die ständige Weiterentwicklung der Operationstechniken ist es heute möglich, dass sehr wenig Substanz vom Hüftgelenk entfernt werden muss.

Die Operation erfolgt unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie. Durch die Spinalanästhesie bleiben Komplikationen wie Übelkeit und Erbrechen häufig aus. Hierbei kann der Narkosearzt durch den Einsatz eines Spinalkatheders gezielt die untere Körperregion betäuben. Auch bei den Hüftgelenkoperationen haben die schonenden minimal-invasiven Operationstechniken Einzug gehalten.

Komplikationen nach einem Hüftgelenksersatz sind die Gefahr der Bildung von Embolien, Infektionen und Wundheilungsstörungen. Selten kommt es vor, dass das Implantat nicht mit dem Knochengewebe verwächst.

Hüftgelenksendoprothesen erlauben den Betroffenen ein beschwerdearmes normales Alltagsleben. Die Lebensdauer von künstlichen Hüftgelenken hat sich ständig verlängert. Sie beträgt in den meisten Fällen ca. 15 Jahre. Aber auch Patienten, die seit 25 Jahren ein künstliches Hüftgelenk haben, sind in der ärztlichen Praxis bekannt.


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