Bandscheibenprothese

21. Okt 2009 | Von | Rubrik: Behandlungsmethoden

Auf der Wirbelsäule lasten bereits im Alltag tagtäglich große Belastungen, welche sich bei Fehlhaltungen und übermäßigen Belastungsgraden schnell in einem Verschleiß äußern können. Im schlimmsten Fall kann dieser Verschleiß derartige Schmerzen verursachen, dass der Patient mit diesen nicht mehr den Alltag bewältigen kann. Eine Möglichkeit der Behandlung in diesem Zusammenhang ist der Einsatz einer sogenannten Bandscheibenprothese. Aspekte rund um den operativen Einsatz, den Voraussetzungen und den Nutzen dieses Eingriffes werden im folgenden Text beleuchtet.

Bevor überhaupt über einen derartigen operativen Eingriff entschieden wird, sollten alle konventionellen Methoden vollständig ausgeschöpft sein. So kann eine Beseitigung der Schmerzen zunächst mit manuellen und sportlichen Therapiemaßnahmen versucht werden, welche primär in das Feld der Physiotherapie fallen. Sollten die Schmerzen anhalten und eine Bewältigung des Alltags nicht möglich sein, so gibt es als Alternative zu Bandscheibenprothesen auch noch eine Versteifung der Wirbelsäule zu Auswahl. Bei dieser wird die Gesamtbeweglichkeit zwar eingeschränkt, die betroffene Region aber sicher fixiert. Bei der Bandscheibenprothese handelt es sich um eine Methode, welche sich erst in den letzten Jahren zunehmend durchsetzen konnte. Bei dieser wird die betroffene Region nicht versteift, sondern der betroffene Wirbelkörper durch eine Prothese ersetzt. Eben dies garantiert eine weiterhin bestehende Beweglichkeit der Wirbelsäule, wie sie vom Patienten auch bewusst wahrgenommen werden kann.

Als Nachteil ist vor allem die mögliche Schädigung der umliegenden Strukturen zu nennen. Sollte das Implantat nicht absolut passgerecht und adäquat eingefügt werden, so sind starke Arthrose Erscheinungen an den angrenzenden Wirbeln möglich, welche wiederum zu Schmerzen führen. Darüber hinaus ist der Einsatz bei Patienten höheren Alters nicht empfehlenswert, da die Erholung von diesem Eingriff und die Anpassung des Bewegungsapparates an die neuen Begebenheiten keinesfalls garantiert ist.

Bei der Operation selbst wird die betroffene Person zunächst in eine Vollnarkose versetzt. Sie liegt hierbei auf dem Rücken. Es folgt nun ein Aufschneiden der Bauchdecke, nach welcher die Bauchmuskulatur auseinandergespreizt wird. Der betroffene Wirbel wird nun ausgemacht und entfernt. Hierzu werden die umliegenden Wirbel mit speziellen Apparaturen auseinandergespreizt. Daraufhin erfolgt der Einsatz der Bandscheibenprothese. Es kommt letztendlich noch zu einer Einlage von Drainagen und dem Verschließen der Bauchdecke. Neben dem Tragen einer Bandscheibenprothese birgt natürlich auch der Eingriff selbst einige Gefahren. So ist beispielsweise eine Verletzung des Darms-, Blasen- und Bauchfellsbereichs denkbar, welche neben den Schäden selbst auch entzündliche Reaktionen aufweisen können.

Insgesamt ist eine Bandscheibenprothese ein medizinisches Werkzeug, welches wahre Wunder für den Betroffenen vollbringen kann. Es sollte allerdings nie vergessen werden, dass es für diese keine Garantie gibt und zudem zahlreiche ernste Komplikationen auftreten können.


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