Adipositas behandeln mit Magenband
1. Jun 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Behandlungsmethoden, Ernährung und DiätEin Magenband ist ein hohles Silikonband, das kurz unterhalb der Speiseröhre um den Magen gelegt wird, den Magen einschnürt und ihn in einen kleinen oberen und einen großen unteren Abschnitt unterteilt. Dadurch soll erreicht werden, dass der Patient nur noch kleine Nahrungsmengen zu sich nimmt, denn beim Essen ist der kleine “Vormagen” schnell gefüllt, die Magenwand wird gedehnt und Sensoren, die im oberen Teil des Magens liegen, leiten eine Sättigungsmeldung an das Gehirn weiter. Wie schnell die Nahrung in den unteren Teil des Magens gelangt, lässt sich durch den Füllungszustand des Magenbandes regulieren. Das Band ist durch einen dünnen Schlauch mit einem Port verbunden, der unter die Bauchhaut implantiert wird. Mittels einer Spritze kann dem Magenband über den Port Flüssigkeit entnommen bzw. zugeführt werden; so ist es möglich seinen inneren Durchmesser zu verändern.
Der Einsatz eines Magenbandes erfordert einen – wenn auch meist “nur” mininalinvasiven – chirurgischen Eingriff, d. h. durch mehrere kleine Schnitte in der Bauchdecke werden die für die Operation benötigten Instrumente eingeführt und Magenband und Port platziert. Der Eingriff ist wie jeder andere mit Risiken verbunden, die durch die Adipositas des Patienten noch etwas erhöht sind. Er wird unter Vollnarkose durchgeführt, macht mehrere Tage Krankenhausaufenthalt nötig, kostet mehrere tausend Euro und wird von der Krankenkasse nur unter bestimmten Voraussetzungen bezahlt:
- der BMI des Patienten muss über 40 liegen (über 35 bei bereits vorhandenen Folgeerkrankungen)
- andere Therapien müssen bereits erfolglos angewandt worden sein
- der Patient muss eine deutliche Motivation zeigen.
Das Magenband funktioniert nämlich nicht unter allen Umständen: Weiteressen trotz des Sättigungsimpulses führt kurzfristig zu Erbrechen, langfristig zu einer Überdehnung des “Vormagens”, und bei flüssigen Nahrungsmitteln wirkt das Magenband gar nicht. Ein Magenband kann eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten nur unterstützen, keinesfalls ersetzen, und sollte erst nach dem Scheitern aller anderen Maßnahmen in Betracht gezogen werden.
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