Anti-Raucherpille

1. Jun 2010 | Von | Rubrik: Arznei und Medikamente

Seit einiger Zeit wird vermehrt die Idee umgesetzt, Suchterkrankungen mit Hilfe von sogenannten Ersatzdrogen zu behandeln. Und nun, da es schon einige Jahre sind, dass auch das Rauchen offen als Suchtkrankheit anerkannt ist, wird es natürlich auch hier Zeit, von althergebrachten Therapien abstand zu nehmen.

Noch vor kurzer Zeit waren es schlicht Nikotinkaugummis und –Pflaster, die in immer geringer werdenden Dosen eine langsame Entwöhnung ermöglichen sollten. Dies hatte allerdings zur Folge, dass man sehr schnell zur Zigarette griff, wenn die genehmigte Pflaster- oder Kaugummidosis als das empfunden wurde was sie war – nämlich sinkend.

Dagegen ist man heute so weit, nicht mehr mit dem Hauptverursacher der Sucht sondern einem Ersatzstoff das Verlangen nach dem Gift zu stillen. An die Rezeptoren im Gehirn, an welche sonst das Nikotin andocken würde, schließt sich nun der Vareniclin genannte Wirkstoff der Antiraucherpille an. Dieses soll, solange es eingenommen wird, die entsprechenden Hirn-Rezeptoren für die Wahrnehmung von Nikotin blockieren und so eine aufstockende oder ergänzende Wirkung nachträglich zugeführten Nikotins verhindern. Wo man bei der konservativen Therapie, der Nikotinzufuhr auf anderem Wege als dem des Rauchens, also eine Wirkungssteigerung bei nachträglicher Ergänzung von Zigarettenrauch erfuhr, erhält man dieses Gewisse extra bei der Antiraucherpille nicht mehr.

Wer also regelmäßig zur Pille greift, dem soll dem Hersteller zu Folge die Ausrutscher-Zigarette oder auch das Passivrauchen während der Entwöhnungsphase keinen Strich mehr durch die Rechnung machen. Denn er empfindet das zusätzliche Nikotin nicht – weder als positives noch als negatives Erlebnis. Das Nikotin soll dann nämlich wie oben beschrieben ohne Wirkung auf das Gehirn bleiben.





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