ACE-Hemmer

1. Jun 2010 | Von | Rubrik: Arznei und Medikamente

Der Begriff ACE-Hemmer steht für Angiotensin Converting Enzyme Hemmer. Die Substanz geht eine Bindung ein mit dem Converting Enzyme, dessen Aufgabe ist, Angiotensin-1 zu Angiotensin-2 zu konvertieren. Durch die Bindung mit dem Hemmer jedoch bleibt diese Konvertierung aus. Die dadurch bedingten niedrigen Angiotensin-2 Konzentrationen bewirken eine Erweiterung der Blutgefäße und somit einen Abfall des systemischen Blutdrucks. Die geläufigsten ACE-Hemmer sind Captopril, Ramipril, Lisinopril und Enalapril.

Indikationen

Primäre Indikation für eine ACE-Hemmergabe ist die Hypertonie (Bluthochdruck) als Monotherapie oder als Kombinationstherapie mit anderen antihypertensiv wirkenden Mitteln, z.B. Diuretika, Betablocker oder Calciumantagonisten. Bei niedrigen Renin Konzentrationen jedoch ist die antihypertensive Wirksamkeit des ACE-Hemmers sehr eingeschränkt.

Eine weitere Indikation ist die chronische Herzinsuffizienz. Durch Senkung des systemischen Blutdrucks, und damit der Nachlast, wird die Wandspannung im Herzmuskel reduziert. Die reduzierte kardiale Wandspannung verbessert die Sauerstoffbilanz im Herzen und erhöht dessen Effektivität. Diesen Mechanismus macht man sich auch zunutze, um eine Insuffizienz nach Herzinfarkt zu therapieren, bzw. ihr vorzubeugen.

Eine neuere Indikation für eine ACE-Hemmergabe ist die diabetische Nephropathie. Die Substanz konnte zeigen, dass sie signifikant die Proteinausscheidung durch die Niere reduzieren und damit eine Progression der Erkrankung verhinderte konnte.

Kontraindikationen

Eine ACE-Hemmergabe ist während des gesamten Verlaufs der Schwangerschaft kontraindiziert, da die Vermutung besteht, dass die Knochenbildung und das Wachstum des Kindes negativ beeinflusst werden. Damit verbunden wird eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für irreparable Schäden bzw. erhöhte fetale/embryonale Mortalität diskutiert.

Da die meisten Präparate über die Niere ausgeschieden werden, kann eine eingeschränkte Nierenfunktion als relative Kontraindikation gelten. In jedem Fall müssen Dosisanpassungen vorgenommen werden, um eine Wirkstoffakkumulation und damit die Ausbildung einer Hypotonie zu vermeiden.

Nebenwirkungen

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind Hypotonie, trockener Husten, akutes Nierenversagen und Hyperkaliämie. Seltenere Nebenwirkungen sind Exantheme, Nesselsucht, allergische Hautreaktionen, Ödeme. Die meisten der unerwünschten Effekte werden auf eine allmähliche Anreicherung von Bradykinin zurückgeführt.

Dosierung

Es kann keine allgemeine Dosierungsempfehlung gegeben werden, da die sich auf dem Markt befindlichen Präparate sich im Wesentlichen durch verschiedene Halbwertszeiten unterscheiden. Präparate mit längerer Halbwertzeit werden meist nur einmal pro Tag dosiert, jene mit kurzer Halbwertzeit zwei- oder mehrmals pro Tag. Von daher sollte der Patient seinen Arzt befragen oder die Herstellerangaben zu Rate ziehen.





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