Hilfe bei Unterkühlung

2. Sep 2010 | Von | Rubrik: Allgemeines

Die Unterkühlung wird in der medizinischen Fachsprache als Hypothermie bezeichnet und beschreibt den Zustand, in dem der Körper mehr Wärme abgibt, als er produziert. Eine Unterkühlung tritt beispielsweise auf, wenn Menschen in vereistes Wasser fallen oder im verschneiten Gebirge verunglücken. Unbehandelt kann sie zu Erfrierungen führen, schlimmstenfalls zum Tod des Patienten.

Als erste Sofortmaßnahme wird der unterkühlte Mensch in eine warme Decke eingewickelt und vorher entkleidet, wenn die Klamotten durchnässt sind – besonders geeignet sind Wolldecken. Außerdem muss er an einen Ort gebracht werden, der windstill ist und im Optimalfall Zimmertemperatur hat. Die Decke sollte nie direkt die Haut berühren, da nur die Luftschicht zwischen Decke und Patient wärmen kann. Außerdem muss darauf geachtet werden, nicht die Extremitäten zu wärmen, sondern vor allem den Torso – andernfalls kann es zum Bergungstod kommen. Dabei erwärmen sich die äußeren Bereiche des Körpers zu schnell, die inneren Bereiche hingegen erkalten noch weiter.

Anschließend wird dem Patienten wird eine vorsichtige Wiedererwärmung ermöglicht. Zunächst sollte er ein warmes, zuckerhaltiges Getränk bekommen – Koffein oder Alkohol sollten allerdings nicht enthalten sein. Geeignet sind zuckerhaltiger Kakao oder warme Milch mit Honig. Je weiter er sich erwärmt, desto weiter kann man gehen: Auf das warme Getränk kann ein weiteres folgen, anschließend bekommt der Patient eine Wärmflasche. Wichtig ist die schrittweise Erwärmung; sie darf nicht zu schnell gehen.

In besonders schweren Fällen von Unterkühlung sollte man nur wenig Soforthilfe leisten und auf das Eintreffen des Arztes warten. Das betrifft Patienten, die bereits bewusstlos sind. Man darf ihnen lediglich nasse Kleidung abnehmen, mit Aufwärmübungen am Rumpf beginnen und dafür sorgen, dass sie in der stabilen Seitenlage liegen. Notfalls ist auch eine Herz-Lungen-Wiederbelebung erlaubt. Der Arzt wird dem Patienten eine Infusion mit NaCl, Glucose oder einer Ringerlösung legen, eine Sauerstoffgabe in die Wege leiten und ihn ins Krankenhaus einweisen.





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