Wege aus der Depression
10. Jun 2011 | Von Redaktion medizin-blog.net | Rubrik: Aktuell im FokusEine Depression wird häufig mit bloßer Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit verwechselt. Trauer und Gefühle von Verlust haben jedoch einen bestimmten Auslöser und verschwinden im Laufe der Zeit von selbst wieder, wenn der Betroffene das Erlebte verarbeitet hat. Menschen die unter Depressionen leiden, fühlen sich jedoch häufig grundlos niedergeschlagen, haben keinen Antrieb und finden keinen Gefallen mehr an Dingen, die ihnen früher Spaß brachten. Schlaflosigkeit und Gefühle von Hoffnungslosigkeit sind weitere Symptome einer Depression.
Eine Depression, bei denen mehr als fünf festgelegte Symptome vorliegen, wird von Psychologen als Major Depression bezeichnet. Beginnt die Depression schon im Jugendalter, verläuft jedoch milder, dafür aber chronisch, so wird von einer Dysthymie gesprochen.
Je nach Schweregrad einer Depression schlagen Psychotherapeuten unterschiedliche Behandlungsformen vor. Ist der Patient nur leicht depressiv, so wird meist eine kognitive Verhaltenstherapie angesetzt. Hierbei soll der Grund für die depressive Verstimmung gefunden und aufgearbeitet werden. So findet sich häufig ein Auslöser, der nicht richtig verarbeitet wurde und in Folge dessen zu einer Depression führte.
Bereits ab einer mittelschweren Form von Depression setzen viele Therapeuten begleitend zur Gesprächstherapie Antidepressiva ein. Diese Medikamente sollen das Ungleichgewicht an Neurotransmittern im Gehirn ausgleichen, durch das die belastenden Symptome hervorgerufen werden. Die Medikamente sorgen vor allem dafür, dass Serotonin und Noradrenalin wieder ihre stimmungsaufhellende Wirkung entfalten können.
In besonders schweren Fällen reichen medikamentöse Behandlung und Psychotherapie oft nicht aus. Psychotherapeuten raten in solchen Situationen dazu, den Patienten in einer Klinik behandeln zu lassen. Nur in einem professionell überwachten Umfeld kann eine erfolgreiche Suizidprophylaxe betrieben werden.

Wege aus der Depression © Rynio Productions - Fotolia.com
Da bei depressiven Patienten auch der Schlaf gestört ist, kommt es nach Aussagen von Medizinern nach dem Erwachen zu einem so genannten Morgentief, während dem die Stimmung besonders gedrückt ist. Eine Schlafentzugstherapie kann dieses Tief verhindern und verschafft dem Patienten zumindest für einige Tage Linderung, wodurch wieder neuer Lebenswillen gesammelt wird.
Ärzte und Therapeuten kennen jedoch noch eine weitere Form der Depression, die jahreszeitenabhängig ist. Eine so genannte Winterdepression liegt vor, wenn der Patient vor allem in den Herbst- und Wintermonaten traurig, niedergeschlagen und ständig erschöpft ist. Man geht davon aus, dass der Mangel an Tageslicht für diese Art von Depression verantwortlich ist. Das bereits erwähnte Serotonin ist im Körper aufgrund des reduzierten Lichteinfalls nur in kleinen Dosen vorhanden, wodurch die Stimmung gedrückt wird.
Bei Winterdepressionen setzen die Behandelnden gerne eine Lichttherapie ein. Hierbei wird der Betroffene morgens und abends bestrahlt, so dass der Tag für ihn einige Stunden länger wird.Bei leichtem Krankheitsverlauf führt eine solche Therapie oft zu einer ausreichenden Linderung der Beschwerden. In schweren Fällen wird dem Patienten jedoch auch hier zu Medikamenten und einer Gesprächstherapie geraten.
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