Otoplastik

12. Jun 2010 | Von | Rubrik: Aktuell im Fokus

Der Begriff der Otoplastik beschreibt zum einen die verschiedenen Arbeitsvorgänge, die bei der Fertigung von Formteilen für Hörgeräte oder -schützer in der Regel anfallen. Außerdem bezieht er sich auf die entstehenden Endprodukte und in einem weiteren Sinn auch auf kosmetisch-chirurgische Eingriffe, die die Ohrmuschel betreffen.

Bei der Otoplastik im chirurgischen Sinn geht es nicht notwendigerweise um medizinische Korrekturen. Zwar kann durch Fehlbildungen oder Beschädigungen der Ohrmuschel unter Umständen auch das Hörvermögen beeinträchtigt werden. Oft geht es aber auch um kosmetische Eingriffe, die zum Beispiel dazu dienen, unschön abstehende Ohren durch eine Neuformung des Knorpels wieder anzulegen.

Für die Herstellung einer otoplastischen Hörhilfe, bzw. eines Gehörschutzes oder Ähnlichem, ist hingegen zunächst ein Formabdruck der äußeren Ohrmuschel notwendig. Hierfür wird das Ohr untersucht, gereinigt und mit einer Tamponade präpariert, um das Trommelfell zu schützen. Anschließend wird anhand einer speziellen Abformungsmasse ein Ohrabdruck erstellt, der schließlich die Vorlage der fertigen Otoplastik werden soll. Die Formdaten des Abdrucks werden danach per Scanner erfasst. Nach dem virtuellen Bild wird dann das Endprodukt erstellt. Die formgenaue Fertigung ermöglicht besonders gut sogenannte “In-Ear-Hörsysteme”, Kommunikationsmittel, die auch noch die notwendige Technik unterbringen müssen. Dies kann vorab eingeplant und die Größe der Plastik auf den Millimeter genau angepasst werden. Diese wird dann in mehrfachen, sehr dünnen Schichten gegossen und mittels UV-Licht gehärtet, so dass sie zum Schluss äußerst stabil ist und den täglichen Anforderungen langfristig gewappnet ist. Der frische Formguss muss abschließend noch einen Feinschliff erhalten, bevor er seiner jeweiligen Anwendung zugeführt werden kann.

Otoplastiken verwendet man unter anderem als Träger für Hörhilfen. Ihr hoher Tragekomfort bringt hier besondere Vorteile, da Hörgeräte meist dauerhaft im Einsatz sind und bequem sein sollten.
Die Otoplastik kann alternativ auch als Gehörschutz eingesetzt werden. Sie ist dabei wesentlich effizienter als herkömmliche Ohrenstöpsel und ermöglicht durch austauschbare Filter eine individuelle Anpassung an die geräuschlichen Gegebenheiten. In Form von “In-Ear-Kopfhörern” kann die Otoplastik auch als unsichtbare Kommunikationshilfe gebraucht werden. Bühnenmusiker werden dabei zusätzlich vor zu starken Geräuschpegeln geschützt.

Mittlerweile gibt es Otoplastiken auch äußerlich in den unterschiedlichsten Gestaltungsvariationen. Verschiedene Farben und Verzierungen lassen ihren Anspruch als potenzielles modisches Accessoire deutlich werden.





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