Organspende
Sep 4th, 2008 | Von medizin-blog.net | Medizin & Gesundheit | Rubrik: Aktuell im Fokus, KrebsDie Organspende kann Leben retten, ist aber dennoch eine ethisch stark umstrittene Praxis. Im wesentlichen wird unterschieden zwischen der so genannten Lebendspende und der Spende nach dem Tod. Die Lebendspende kommt nur für einige wenige Organe infrage, zum Beispiel für die Organspende einer einzelnen Niere. Der Spender kann mit der verbliebenen Niere gut weiter leben. Die Lebend-Organspende ist nur unter Verwandten oder sehr nahen Angehörigen zulässig und bedarf einer ausführlichen Prüfung. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen versucht der Gesetzgeber, einem beginnenden Organhandel Einhalt zu gebieten.
Die weitaus verbreitetere Form der Organspende ist aber die Organspende nach dem Tod. Wer möchte, dass mit seinen Organen nach seinem Tod Menschenleben gerettet oder zumindest bedürftigen Patienten Erleichterung verschafft wird, der kann in eine Organspende einwilligen. Dazu unterschreibt er einen Organspendeausweis. Natürlich können nur gesunde und nicht allzu alte Menschen ihre Organe spenden, da diese noch voll funktionsfähig sein müssen. Dies ist meist nicht bei einem natürlichen, altersbedingten Tod der Fall, sondern eher bei einem frühzeitigen Tod infolge von Unfällen.
Die Organspende erfordert ein schnelles Handeln, denn zu spendende Organe müssen so rasch als möglich nach dem Tod entnommen werden. In einer Datenbank, der Organspendekartei, werden Verfügbarkeit und Bedarf abgeglichen. So stehen manche Patienten jahrelang auf der Liste für eine lebenserhaltende Transplantation, und werden dann erst sehr kurzfristig vor dem Eingriff informiert. Wer auf eine Organspende wartet, sollte also mit allem rechnen.
Oftmals bleibt der Spender für den Empfänger anonym. Viele Empfänger von Organspenden haben jedoch das Bedürfnis, sich zumindest bei den Angehörigen des Spenders bedanken zu können. Nicht jede Transplantation verläuft jedoch erfolgreich. Sehr oft wird das durch die Organspende transplantierte Organ vom Körper des Empfängers auch nicht angenommen, und es findet eine Abstoßungsreaktion statt.
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