Histamin
7. Mrz 2011 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Aktuell im FokusHistamin ist eine einfache, stickstoffhaltige organische Verbindung. Im menschlichen Organismus entsteht sie aus einem Eiweißbaustein, der Aminosäure Histidin. Funktionell wird Histamin den Gewebshormonen zugerechnet. Der biochemische Bote bindet sich an spezifische Rezeptoren der Zellmembranen, öffnet quasi die „Türen der Zellen“ und löst damit Folgereaktionen aus.
Fast im ganzen Körper erfüllt der Signalstoff wichtige physiologische Aufgaben und ist daher in nahezu allen Organen nachweißbar. Besonders hoch ist die Konzentration von Histamin allerdings in der Haut, der Lunge und im Hypothalamus. Diese Region im Gehirn gilt als „oberste Instanz“ unseres hormonalen Systems.
Die komplexe Wirkung von Histamin innerhalb des Zentral-Nervensystems ist in ihren Einzelheiten nur wenig bekannt. Jedoch vermuten Forscher, das Gewebshormon sei hier vor allem für den Rhythmus unserer Tagesstruktur verantwortlich. Medizinische Bedeutung hat das Hormon im Zusammenhang mit Allergien und Asthma. Es löst Schwellungen und Juckreiz aus und senkt den Blutdruck. Histamin verursacht auch die Verkrampfung der Bronchien während des asthmatischen Anfalls. In der Magenschleimhaut bewirkt das Hormon eine gesteigerte Säurebildung.
Für den Allergiker spielen Antihistaminika eine wichtige Rolle. Diese Medikamente fangen überschüssiges Histamin ab und unterdrücken so die unangenehmen allergischen Symptome. Müdigkeit ist eine bekannte Nebenwirkung vieler Antihistaminika. Umstritten ist aber die Anwendung dieser Präparate als Schlafmittel.
Zu beachten ist, dass auch einige Lebensmittel hohe Mengen an Histamin enthalten. Fermentierte Nahrungsbestandteile wie Hefeteig, Sauerkraut, Käse und auch Wein führen diese Liste an. Pflanzen nutzen Histamin als Abwehrstoff. In der heimischen Flora ist die Brennnessel das bekannteste Beispiel dafür.
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