Cannabis-Missbrauch | Ein Überblick über das Rauschmittel und Folgen

19. Jul 2011 | Von | Rubrik: Aktuell im Fokus

Die Hanfpflanze (Cannabis sativa) enthält mehr als fünfzig, bisher ausschließlich in Cannabis-Pflanzen nachgewiesene „Cannabinoide“ genannte Wirksubstanzen. Darunter auch den psychoaktiven Wirkstoff Delta-9-Tetrahydrocannibinol (THC).

Cannabis wurde und wird als traditionelles Heilmittel eingesetzt. Cannabis kommt insbesondere als Übelkeit verhinderndes Medikament bei AIDS- und Krebspatienten sowie als Schmerzmittel zum Einsatz.
Allerdings ist der medizinische Nutzen von Cannabis in der Fachwelt nicht zuletzt wegen mutmaßlich negativer psychoaktiver Nebenwirkungen umstritten.

Bekannt ist Cannabis vor allem als illegales Rauschmittel. Im eigentlichen Sinn populär wurde der Konsum von Cannabis als so genannte „weiche Bewusstsein erweiternde Droge“ aber erst in den 1970er Jahren. Cannabis gilt in Deutschland als illegale Droge, dessen Verbreitung und Besitz (nicht der bloße Konsum) strafbar sind. Cannabis ist eine ausgesprochene Jugenddroge. Etwa 40% der 18- bis 24-Jährigen haben Cannabis-Erfahrung, zumeist als Gelegenheitskonsumenten, eher weniger im Rahmen von echtem Cannabis-Missbrauch. Etwa 5% der Deutschen konsumieren aktuell Cannabis.

Cannabis / Haschisch / Marihuana / Dope / Gras… – viele Begriffe, unterschiedliche Substanz

Cannabis wird in der Regel in Form von Marihuana ( getrocknete Blüten und Blätter) oder Haschisch (Cannabisharz) konsumiert. Marihuana ( „Gras“) hat einen THC-Gehalt von 1 bis 4%. Der THC-Gehalt von Haschisch („Shit, Dope“) liegt bei zumeist 4 bis 12%. Der selten verwendete teerartige Cannabis-Auszug (Haschischöl) kann THC-Werte von bis zu 50% aufweisen.

Die häufigste Konsumform ist das Rauchen von zumeist mit Tabak gemischten zerbröseltem Marihuana oder Haschisch. Dabei werden gedrehte Zigaretten („Joints“), handelsübliche Pfeifen, die rohrartigen Shillums oder auch Wasserpfeifen verwendet. Gelegentlich werden Haschisch oder Marihuana in Kekse verbacken („Spacecakes“) oder als Tee getrunken.

Die regelmäßig etwa 15 Minuten nach Konsumbeginn eintretenden und durchschnittlich eine Stunde anhaltende, vom Konsumenten erwünschte Rauschwirkung der Droge stellt sich vordergründig als Mischung aus Euphorie, Verschiebung der Realitätswahrnehmung und Gelassenheit („Highsein“) dar. Die Wirkung von Cannabis ist abhängig Faktoren wie der Konsumform, der THC-Dosis, der Umgebung, der physischen und psychischen Konstitution der Konsumenten sowie den Erwartungen.

Cannabis-Konsum | Unterschiedliche Wege: als Joint, in der Pfeife, aus der Bong © Sublimages/Fotolia

Cannabis-Konsum | Unterschiedliche Wege: als Joint, in der Pfeife, aus der Bong © Sublimages/Fotolia

Die Risiken von Cannabis-Missbrauch

Die akuten Risiken und langfristigen Folgen von THC sind umstritten und nicht abschließend erforscht. Es gilt aber als sicher, dass regelmäßiger Cannabis-Konsum wegen der Verwendung von Tabak die gleichen Risiken birgt wie das Zigarettenrauchen. Auch soll die Gefahr von psychischer und körperlicher Abhängigkeit im beschränkten Umfang gegeben sein. Nicht von der Hand zu weisen, sind auch Hinweise auf die Gefahr des Rückzugs aus sozialen Verantwortlichkeiten durch die häufig beobachtete Beschränkung des sozialen Kontakts auf THC konsumierende Bekannte („Scene“).

Vergleichsweise unstrittig ist der Zusammenhang von Cannabis-Konsum und dem Auftreten von psychotischen Symptomen wie Halluzinationen, Panikattacken und Desorientierung. Allerdings scheinen diese Symptome nach einigen Tagen Abstinenz ohne bleibende Folgeschäden zu verschwinden. Eine ausschließlich durch Cannabis-Konsum verursachte Psychose wird von der herrschenden Meinung verneint.
Diskutiert wird allerdings die Frage, ob Cannabis bei entsprechend vorgeprägten Personen eine Schizophrenie auslösen kann.





Mehr zu den Schlagwörtern dieses Artikels:
, , , , , , , , ,


Achtung: Das Informationsangebot auf www.medizin-blog.net allgemein und auch dieser Beitrag » Cannabis-Missbrauch | Ein Überblick über das Rauschmittel und Folgen « dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die hier zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.